KINDERGARTEN DRACHENREITER AM ALEX


Kindergarten for 100 kids, including administrative offices, kitchen.


Location:

Alexanderplatz, Berlin / Germany


Architecture:

in collabopration with thinkbuild, Berlin

(arge KNOWSPACE THINKBUILD)


Project type:

Direct commission


Client:

Drachenreiter gGmbH, Berlin


Area:

1150 m2 GFA

Time:

2015-2016


Fotos:

Werner Huthmacher


Die Kita nimmt nahezu die ganze erste Etage eines elfstöckigen Wohnhaus-Neubaus nahe dem Alexanderplatz ein. Rund 1.000 Quadratmetern Fläche stehen für bis zu 100 Kinder und etwa 20 Pädagogen bereit.  Räumlich gruppiert sich die Kita L-förmig um eine Dachterrasse herum, die als Spiel- und Freifläche für die Kinder dient. Vervollständigt werden die Kitaräume durch einen Verwaltungstrakt. Zwischen Verwaltung und Kita liegt die vollkochende Küche.

 

Der Hauptzugang der Kita erfolgt über ein offenes Ecktreppenhaus, das als Scharnier zwischen dem Krippenbereich und dem Ü3-Kitabereich dient. Beide Bereiche sind so gleichermaßen verbunden als auch getrennt. Die als Folge der Gebäudetypologie zunächst vorgegebene Mittelgangorganisation wird dem offenen pädagogischen Konzept der Kita fast wörtlich folgend mit einer rahmenlosen Glaswand entlang der Gemeinschaftsräume begegnet, die sich alle dem gemeinsamen Terrassenhof zuwenden. So wird der Mittelgang räumlich-visuell aufgelöst. Dies wird zusätzlich durch eine polygonale Perforierung der Gangwand zu den Räumen der anderen Seite unterstützt. Diese großen Löcher dienen zugleich als Sitznischen in den Gruppenräumen als auch als „Gucklöcher“ dem Sichtbezug zwischen Gruppenräumen, Gemeinschaftsräumen und Gang. Der Gang ist ausserdem mehr als nur ein Erschliessungsraum, sondern erweitert die Kita-Räume visuell und dient zudem als Rennbahn für Dreiräder und Bobbycars.


Die Reggio-inspirierte, offene Pädagogik findet in der Architektur der offenen Räume ohne klassische Unterscheidung zwischen Gruppen- und Nebenräumen ihren Niederschlag, so gibt es u.a. ein Kinderatelier, ein Kinderrestaurant, eine Bibliothek, einen Bewegungsraum, einen Ruheraum, die allen Kindern je nach Interesse und Laune mit ihrer Performanz zur Verfügung stehen. Das heißt, die Kinder suchen sich ihren Platz in der Kita je nach Neigung, Interesse und Entwicklungsstand selber. Naturgemäß fehlen auch die in Kitas dieser Größenordnung üblichen Gruppenräume als Identitätsgebende und Zugehörigkeit definierende Orte. Dem begegnet das Projekt mit einem stringenten Farbkonzept, das jedem Kind über eine Farbzugehörigkeit lediglich eine Garderobe und einen Sanitärraum identitätsstiftend zuordnet. Das Farbkonzept dient zugleich als Orientierung. Hier stellen starke, klare Töne die leicht verständlichen Bezüge her.